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0 Tee-Kultur in Büsum: Teehaus Hansen (Büsum)

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Büsums ältestes Teehaus in der Kirchenstraße.

Glück ist, sich am Büsumer Deich den Wind um die Nase wehen zu lassen. Noch größeres Glück ist, danach eine gute Tasse Tee zu genießen. Spezialist für diese Glücksmomente ist das Tee- und Weinhaus Hansen in der Kirchenstraße: vor der Tür die Nordsee, drinnen Regale mit mehr als 250 Dosen, gefüllt mit bestem Tee und mit hausgemachten Spirituosen wie dem traditionsreichen Vanille-Rum. Ein Tröpf- chen davon adelt jede Tasse Tee – und vollendet jeden Urlaubstag zu einem Ereignis für Körper, Geist und Seele.

Nur Wasser wird mehr getrunken

Seit 5000 Jahren ist Tee neben Wasser das weltweit am meisten konsumierte Getränk. Unzählige Geschichten ranken sich um die aromatischen Blätter vom indischen Subkontinent, die im europäischen Westen des 17. Jahrhunderts zunächst Kaisern und Königen vorbehalten waren, bevor die Schiffe der Handelskompagnien sie auch für bürgerliche Schichten zugänglich machten. Als der Tee um 1650 nach Deutschland kam, stritten die Gelehrten noch erbittert darüber, ob der Tee der Gesundheit nütze oder ihr nicht vielmehr ernsthaften Schaden zufüge. Einige sahen in ihm immerhin ein Mittel, des in allen Bevölkerungsschichten weit verbreiteten Alkoholproblems Herr zu werden.

Es waren die Ostfriesen, die früh eine Sonderrolle in der deutschen Teekultur einnahmen. „Abwarten und Tee trinken“ ist bis heute Leitspruch der eigenwilligen Küstenbewohner im äußersten Nordwesten des Landes. In die Tasse kommen dort nur dunkle, kräftig-malzige Teemischungen, deren Hauptbestandteil indischer Assam ist. Das Teehaus Hansen bietet allein acht verschiedene ostfriesische Mischungen an, die alle nach alten Hausrezepten täglich per Hand frisch gemischt werden. Man trinkt sie wahlweise mit Kandis, Milch oder Sahne und - siehe links - gern auch mal mit einem Schuss Rum. Da sie sich alle auch mit kalkhaltigem Leitungswasser gut vertragen, sind sie bei Urlaubern und Stammgästen von Büsums ältestem Teehaus sehr beliebt. Fast Kultstatus hat der „Büsumer Sonntagstee“ erreicht, der nach alter ostfriesischer Tradition noch mit echter Bourbon-Vanille veredelt wird. Seit die Vanille durch Missernten, Klimawandel und weltweit gestiegene Nachfrage teurer als Silber geworden ist (der Preis für ein Kilogramm Vanille liegt aktuell bei etwa 600 Euro), ist der Tee buchstäblich noch kostbarer geworden.

Aber auch in allen anderen Tee-Gattungen ist das Teehaus gut sortiert: das Spezialitäten-Sortiment umfasst Raritäten von 300 Jahre alten Teebäumen, essbare oder säurearme Früchtetees, angesagte Detox-Kräutertees und allein 24 eigene Bio-Rooibos-Mischungen, die wie die Schwarz- und Grüntees alle vor Ort selbst aromatisiert werden. Das Geschäft lässt sich deshalb auch mit geschlossenen Augen finden: immer der Nase nach, der Duft verrät den Standort an der Kirchenstraße.

Die Duftfalle

 „Wir nennen das unsere Duftfalle“, lächelt Kirsten Hansen, die zusammen mit zwei langjährigen Fachkräften das 1992 gegründete Geschäft führt. Ehemann Norbert Hötten betreibt in der nahen Kreisstadt Heide das „Weinhaus Hansen“, das sich auf Wein, Whisky und Rum spezialisiert hat. Hier entstehen auch die Ideen für Eigenkreationen wie den „Büsumer Kutter-Rum“ oder den „Watt’n Gin“.

Hohe Qualität, eingehende Fachberatung und umfassender Service haben Vorrang für Hansen und Hötten. Damit die Urlauber die regionalen Spezialitäten auch nach den Ferien zu Hause genießen können, bietet das Unternehmen seit Anbeginn einen Versandhandel an. Kirsten Hansen: „Mit den duftenden Teepaketen bringt der Postbote immer auch ein Stück von Büsum.“ Und damit sicher auch die Erinnerung, wie schön es war am Deich.

Tee- und Weinhaus Hansen
Kirchenstraße 8, 25761 Büsum
Tel. (0 48 34) 49 66
www.teehansen.de